Preisverleihung Lamathea 2017

Am 2. Oktober 2017 fand im Audimax des Karlsruher Instituts für Technik die offizielle Preisverleihung statt.

Die lyrische Einleitung machte Dominique Macri mit folgendem, eigens dafür geschriebenen Gedicht, das uns alle verstummen ließ. Chapeau, Dominique! Chapeau!

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(Erschienen: 28.05.2014, Südkurier)

 

Das Ende des Artigseins

Ravensburg -  „Eine Woche voller Samstage“ frech und mühelos inszeniert am Figurentheater Ravensburg
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Aktenberge bestimmen die Tage von Herrn Taschenbier (Andreas Thiele).
Das Sams gibt seinem Leben eine Wende.
 
Wer die Geschichte „Eine Woche voller Samstage“ nicht kennt, wird mittlerweile mit ungläubigen Augen angesehen. Fast jeder hat das Kinderbuch von Paul Maar gelesen oder die Verfilmung mit ChrisTine Urspruch gesehen – und trotzdem sollte man nun die Inszenierung des Figurentheaters Ravensburg nicht verpassen. Das liegt zum einen an der Figur des Sams selbst: Es ist nicht etwa eine Marionette an Fäden, sondern die Figur aus der Werkstatt von Angelika Jedelhauser (Bad Waldsee) ist fast einen Meter groß. Sieht man sich das Sams im Kino an, hat die Phantasie wenig zu tun. Im Figurentheater ist das anders: Hier trägt das Sams immer dieselbe fröhlich kecke Miene zur Schau– aber weil sie von der Puppenspielerin Juliane Gebhard unauffällig geführt wird, die dem Sams seine Körpersprache verleiht, scheint sich mit den wechselnden Gesten auch der in Wahrheit starre Gesichtsausdruck ständig zu verändern. Es ist ein Wandel, der nur im Kopf stattfindet – und dies hat einen Zauber, den kein Film bieten kann, in dem ein leibhaftiger Mensch im Sams-Kostüm steckt.

Juliane Gebhard führt das Sams in ihrer schwarzen Kleidung fast so unsichtbar wie ein Schatten, verleiht ihm aber doch seinen Charakter: durch Bewegungen, die diejenigen eines verspielten Kindes sind, das Arme und Beine gymnastisch verknotet – doch zugleich mit einer Stimme, die merkwürdig wissend und erwachen klingt. Vielleicht ist diese Stimme erwachsener als Herr Taschenbier es ist, dem das Sams auf merkwürdige Weise sozusagen zugelaufen ist. Aber es ist mit dem Sams wohl wie mit Haustieren: ein Tier, für das man sich nicht entscheidet, läuft einem auch nicht zu.

Jedenfalls spielt Andreas Thiele den Herrn Taschenbier als einen so charmant kindlichen Menschen, dass man ihn auf der Stelle mag. Regisseurin Pat Geddert überzeichnet ihn und die üblichen Charaktere bis zur Kenntlichkeit – und so gibt Andreas Thiele den Herrn Taschenbier zaudernd und schüchtern. Vor allem gegen seine Zimmerwirtin, Frau Rotkohl, kann er sich nicht durchsetzen, so dreist sie sich auch in sein kleines Leben einmischt. Tina Wallisch spielt Frau Rotkohl einfach umwerfend: Sie ist so unverschämt wie die Else Kling der Lindenstraße und so neugierig wie Heidi Kabel im Komödienklassiker „Tratsch im Treppenhaus“ – nur überdies mit einem großkalibrigen schwäbischen Mundwerk ausgestattet. Eingezwängt zwischen einem solchen Drachen und seiner Arbeit im Büro, ist das Leben von Herrn Taschenbier unter seiner Artigkeit begraben. Friedfertig nimmt er alles hin und hat wohl selbst das Wünschen verlernt – aber das wird er durch das Sams und dessen Wunschpunkte schon noch lernen. Man verfolgt Taschenbiers Weg voller Sympathie – weil es Andreas Thiele gelingt, ein anderer zu werden und er sich doch eine leicht clowneske Unsicherheit bewahrt.

Rainer Sommer als sein Chef ist ein ausgebuffter Komödiant, der die Silben dehnt, sie auskostet, Gewicht und nuancierte Betonungen in sie legt. So wird noch die kleinste Textzeile zur ausgefeilten Szene. Und dann ist da noch Brigitte Stalter als beherzte Verkäuferin, dem das Sams seine Garderobe verdankt: jenen Taucheranzug, den es weder fressen noch zerreißen kann und in dem es seither durch die Welt turnt. Zur ganzen Welt des Herrn Taschenbier wird im Figurentheater sehr glaubhaft die wohl nur vier Meter breite Bühne. Ob von Akten überquellende Kanzlei, Kaufhaus oder karge Wohnkammer – die Bühnenbilder überzeugen auf ähnliche Weise wie das Sams: Indem sie das Dargestellte in der Andeutung lassen anstatt es fix und fertig auszumalen. Solange man das sagen kann, hat das Theater gegen den Film nicht verloren.

Die nächste Aufführung des Stücks ist am Samstag, 19. Juli, um 15 Uhr. Eintritt 4 Euro, für Erwachsene 6 Euro. Reservierung unter Telefon 07 51/2 10 62 und www.figurentheater-ravensburg.de.
 

(Erschienen: Schwäbische Zeitung, 25.02.2013)

Die Neuentdeckung des Papiertheaters

Crictor, die gute Schlange: Figurentheater Ravensburg inszeniert das Bilderbuch von Tomi Ungerer in einer gelungenen Premiere

 

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Das Figurentheater Ravensburg hat mit dem Stück „Crictor, die gute Schlange“ Premiere gefeiert. (Foto: Sabine Frangoul)

Von Sabine Frangoul

RAVENSBURG Dort, wo heute im Wohnzimmer der Fernseher steht, stand vor mehr als 100 Jahren in vielen Familien ein Papiertheater. Auf diesen kleinen Bühnen brachte man nach dem Vorbild der großen Theater alles zur Aufführung, was die Spielpläne hergaben. Aus Papierbögen wurden Bühnenbild und Figuren ausgeschnitten und die ganze Familie, Nachbarn und Freunde zum Mitspielen und Zuschauen eingeladen. Nach Art des Papiertheaters hat das Team des Figurentheaters Ravensburg unter der Leitung von Dorothea Gfell das Bilderbuch „Crictor, die gute Schlange“ von Tomi Ungerer inszeniert und am Sonntag Premiere gefeiert.

Ein merkwürdiges Paket

Theaterbücherwurm Professor Waldemar Wurmbucherer gespielt von Rosi Sauter betritt die Bühne und erzählt den Kindern von seinem Lieblingsbuch: „Crictor, die gute Schlange“ von Tomi Ungerer. In einer kleinen Stadt in Frankreich lebte einmal eine alte Dame, die Madame Louise Bodot hieß. Eines Morgens brachte ihr der Postbote ein merkwürdiges Paket. Madame Bodot kreischte, als sie es öffnete. Es war eine Schlange darin und zwar eine „Boa constrictor“, weshalb die Madame ihr neues Haustier ganz einfach „Crictor“ nannte.

Die wunderbare Freundschaft zwischen Schlange und Madame sowie deren Abenteuer brachte das Figurentheater mit liebevollen Details und pointierten Interaktionen auf die Bühne. Der Bücherwurm als Erzähler auf der Bühne, teilweise mit Crictor in Form einer Plüschschlange, und das traditionelle Papiertheater im Hintergrund als „zweite Spielebene“ mit liebevoll gestalteten Figuren lieferten ein gelungenes Wechselspiel und gestalteten so die spannende Handlung.

Die typisch französische Akkordeon-Musik, live gespielt von Siegfried Maier, passte sich wunderbar in die Geschichte ein. Die unterschiedlichen Spielebenen sowie der regionale Bezug zu Ravensburg zogen die kleinen und großen Zuschauer in ihren Bann. So wurde zum Beispiel von Crictor ein Einbrecher gestellt, der zuvor sein Unwesen im „Reischmann“ und bei Ravensburgs Oberbürgermeister Rapp getrieben hatte.

Alles in allem eine sehr gelungene Aufführung mit neuen Ansätzen von Spielleiterin Dorothea Gfell, Bühnen- und Figurenbauern Liane Schläfer, Hanspeter Gfell und den Spielerinnen Heidrun Clus, Juliane Kull, Rosi Sauter und Brigitte Stalter. Und vielleicht wird ja Zuhause das eine oder andere Papiertheater nachgebaut und das Lieblingsbuch zum Leben erweckt.

Weitere Aufführungen sind am 10. März und am 20. April um 15 Uhr.

 

 

(Erschienen: Schwäbische Zeitung, 13.05.2013)

Puppenspieler nehmen die Zuschauer mit auf die Reise

Figurentheater Ravensburg inszeniert das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry
Der kleine Prinz auf seiner Reise durch den Weltraum.
Der kleine Prinz auf seiner Reise durch den Weltraum. (Foto: Sabine Frangoul-Schönig)

Von Sabine Frangoul

RAVENSBURG Jeder kennt es wohl, das weltberühmte Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry. Aber am Samstag im Figurentheater Ravensburg lernte man es von einer anderen Seite kennen, denn es wurde gekonnt von den Spielern Juliane Gebhard und Neri Drescher und dem Sprecher Rainer Sommer, untermalt mit perfekt ausgewählter Musik von Achim Koch, auf die Bühne gebracht. Das zuerst 1943 im Exil in New York erschienene Werk gilt als literarische Umsetzung des moralischen Denkens und der Welterkenntnis seines Autors und als Kritik am Werteverfall der Gesellschaft. Inhaltlich geht es darum, dass der Erzähler mit seinem Flugzeug in der Wüste Sahara notlanden muss. Da begegnet er dem kleinen Prinzen von einem anderen Stern. Den hat er verlassen, als er an der Liebe seiner Rose zu zweifeln beginnt.

Freundschaft und Liebe als Sinn des Lebens

Auf seiner langen Reise durch den Weltraum trifft der kleine Prinz zuerst einen König ohne Untertanen, der nur befiehlt, was ohnehin geschieht. Auf dem zweiten Planeten lebt ein Eitler, der ständig bewundert werden will. Es folgen ein Säufer, der trinkt, weil er sich schämt, dass er trinkt und ein Kaufmann, der die Sterne kaufen und besitzen will sowie ein Laternenanzünder, den der kleine Prinz als Einzigen zu schätzen weiß. Nachdem der kleine Prinz auf die Erde gefallen ist, wandert er ein Jahr lang umher. Unterwegs befreundet er sich mit einem Fuchs, der sich von ihm zähmen lässt und ihm zum Abschied ein Geheimnis verrät: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar.“’ Und obwohl der kleine Prinz auf der Erde viele Rosen sieht, versteht er nun, warum seine Rose für ihn einmalig ist und er sich um sie kümmern muss. Um zurück zu seinem Planeten zu kommen, lässt er sich von einer Giftschlange beißen. Das geschieht, als es dem Erzähler gelingt, nach tagelanger Arbeit sein Flugzeug zu reparieren und so dem Tod in der Wüste zu entkommen.

 

Regisseurin Pat Geddert gelingt die Umsetzung als Puppenspiel auf hohem Niveau. Neue Ansätze, wie der Einsatz von Koffern als jeweilige Planeten, in denen die unterschiedlichen Charaktere wohnen, auf die der kleine Prinz trifft, überzeugen. Ebenso die brillante Leistung der Spieler und des Sprechers, denen es gelingt, mit ihrer Empathie den Puppen und dem gesamten Werk Leben einzuhauchen. Sie nehmen einen wirklich mit auf die Reise des kleinen Prinzen und lassen die Zuschauer wissen, warum das Buch einfach zu den besten der Weltliteratur gehört.

 

Veranstaltungen

Sa 18. Nov 2017 um 15:00
Am Samstag kam das Sams zurück - PREMIERE ausverkauft
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So 19. Nov 2017 um 15:00
Am Samstag kam das Sams zurück
Kinderprogramm
Mi 22. Nov 2017 um 20:00
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Sa 25. Nov 2017 um 20:00
Das Missverständnis
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Sa 02. Dez 2017 um 15:00
Rapunzel
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So 03. Dez 2017 um 15:00
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch - PREMIERE
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Fr 08. Dez 2017 um 20:00
Riikka Timonen & Senni Eskelinen
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Sa 09. Dez 2017 um 15:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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So 10. Dez 2017 um 15:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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So 10. Dez 2017 um 17:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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Sa 16. Dez 2017 um 15:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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Sa 16. Dez 2017 um 17:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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So 17. Dez 2017 um 15:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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So 17. Dez 2017 um 17:00
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Sa 23. Dez 2017 um 15:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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Sa 23. Dez 2017 um 17:00
Pelle zieht aus und andere Weihnachtsgeschichten
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Sa 13. Jan 2018 um 15:00
Zilly, die Zauberin - PREMIERE
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So 14. Jan 2018 um 15:00
Frederick
Kinderprogramm
Sa 20. Jan 2018 um 20:00
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So 21. Jan 2018 um 15:00
Ein Schaf fürs Leben
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